Falsche Pfiffe und Frust beim Gastgeber

UFC Paderborn gewinnt in Gütersloh den Futsal-Westfalenpokal – Ausrichter »Freakz« fliegt vorzeitig raus

Falsche Pfiffe und Frust beim Gastgeber

Von Uwe Caspar
Gütersloh (WB). Das Futsal-Regelwerk scheinen noch nicht alle Schiedsrichter verinnerlicht zu haben. So gibt es bei dem von den Freakz Gütersloh ausgerichteten Westfalenpokal zunächst einige Irritationen. »Leider sind die vom Verband angesetzten Kollegen aus Lüdinghausen in puncto Regeln nicht so fit, wie sie es eigentlich sein sollten«, bedauert der heimische Schiri-Boss Juan Cruz de Pujades.

Unter anderem lassen die auswärtigen Referees sogar das Grätschen durchgehen – was beim Futsal sozusagen einer Todsünde gleichkommt. Nach einigen Beschwerden der Teams findet Cruz de Pujades (»Auslöser dafür waren einige komische Entscheidungen«), der selbst bei einigen Westfalenpokal-Partien pfeift, kurzfristig die Lösung für das aufgetretene Problem: Der Verler mischt die Gespanne aus Lüdinghausen mit Schiedsrichtern aus dem Kreis Gütersloh. Sie sind aufgrund intensiver Schulungen mit dem Futsal-Reglement inzwischen bestens vertraut und können ihren (noch) nicht so kundigen Kollegen einige gute Tipps geben. Der Blitz-Nachhilfeunterricht im Futsal-Reglement zeigt Wirkung: Fortan gibt’s kaum noch falsche Pfiffe. »Es ist halt eine junge Sportart, da kann nicht alles auf Anhieb klappen«, merkt der anwesende Gütersloher Kreisvorsitzende Reinhard Mainka schmunzelnd an.

Lakalmatadoren scheiden vorzeitig aus

Der Clarholzer ist auch erschienen, um dem einzigen heimischen Vertreter die Daumen zu drücken. Doch für die Freakz läuft’s nicht nach Wunsch: Die Mannschaft des Veranstalters belegt in ihrer Gruppe nur den fünften Rang, fliegt somit vorzeitig raus. Statt den Hausherren schafft der nur einen Punkt bessere UFC Bielefeld den Sprung ins Viertelfinale. »Die Jungs sind natürlich enttäuscht«, schildert der Vereinsvorsitzende Jürgen Wittwer die Gemütslage der Freakz-Akteure.

Zum Verhängnis wird ihnen das höchst unglückliche 1:1 gegen die Black Panthers Brackwede II: Erst in letzter Sekunde kassiert die »Multikulti-Truppe« per Strafstoß den Ausgleich. Da hilft den Freakz auch nicht mehr der abschließende 3:0-Sieg über die Soester Kickers. Als die Spieler Cendrim Jashari und Fatih Özdogan – beide sind noch bei den ersten drei Begegnungen dabei – wieder in Gütersloh auftauchen, müssen sie sich nicht mehr umziehen. Zwischendurch hat das Duo mit TSG Harsewinkel am Hohenfelder-Cup in Wiedenbrück teilgenommen.

Trotzdem: Raus mit Applaus, denn das vom Rumänen Andras Borbely (war mehrere Jahre Profi-Futsaltorwart in seinem Heimatland) gecoachte Team verliert nur gegen FC Newcomer Lengerich (0:2) und ganz knapp gegen den späteren Turnier-Champion UFC Paderborn (1:2). Die Domstädter bezwingen im Finale den Regionalligisten UFC Münster mit 3:0.

Lob für gutes Turnier

Wenngleich die GT-Freakz diesmal nicht im Mittelpunkt stehen, rücken sie dennoch in den Fokus: Ein Kameramann des WDR filmt fleißig und führt während des Events Interviews mit den Protagonisten. Der Bericht ist gestern Abend im dritten Programm (»OWL aktuell«) gelaufen. »Das Fernsehen ist durch den integrativen Charakter des Vereins auf uns aufmerksam geworden«, freut sich Jürgen Wittwer über diesen Besucher besonders.

Und der muss zwischen zwei Hallen pendeln: Sowohl in der Carl-Miele- als auch in der größeren Reinhard-Sporthalle kämpfen 13 Mannschaften um den Pokal. »Schade, dass die Endrunde in der nicht so geräumigen Carl-Miele-Halle ausgetragen worden ist. Sonst aber hat der Ausrichter ein gutes Turnier auf die Beine gestellt«, lobt Juan de Cruz Pujades. Für die Freakz geht’s nun in der Meisterschaft weiter. Ohne Matteo Lambertoni, der nach Frankreich zurückgekehrt ist. »Wir bekommen aber drei Neue, die sich auf Landesliga-Niveau bewegen«, kündigt Witwer Verstärkung an.

Für die Freakz kickten: Cemil Afak (Tor), Sandro Jurado Garcia, Turgay Dubdar, Fatih Özdogan, Cendrim Jashari, Mamadou Barry, Ayoub Addi, Orcun Keskihioglou und Halil Ibrahim Nazil.

Quelle = Westfalenblatt